Seefracht: Aktuelle Herausforderungen und Strategien für stabile Lieferketten
Globale Krisenherde und die zunehmende Unsicherheit an wichtigen maritimen Engpässen stellen die internationale Seefracht vor neue Herausforderungen. Verzögerungen, steigende Kosten und dynamische Risiken prägen den Markt – Unternehmen müssen ihre Lieferketten daher noch flexibler und vorausschauender steuern.
Wir haben mit Jens Marquardt, Global Business Development Manager bei Koch International, über die aktuellen Entwicklungen gesprochen. Im Kurzinterview erklärt er, welche Auswirkungen die Situation auf bestehende Seeverbindungen hat und welche Maßnahmen jetzt besonders wichtig sind, um die eigene Supply Chain abzusichern.
Koch International: Wie beurteilst du die derzeitigen Auswirkungen der erneuten Eskalation im Nahen Osten – insbesondere der Sperrung des Suezkanals sowie der Straße von Hormus – auf unsere operativen Seefrachtverbindungen? Müssen wir flächendeckend mit Umroutungen über das Kap der Guten Hoffnung rechnen?
Jens Marquardt: Die Eskalation im Nahen Osten hat deutliche Auswirkungen auf den globalen Seeverkehr. Einschränkungen an zentralen Seewegen wie dem Suezkanal und der Straße von Hormus führen zu Verzögerungen, machen jedoch nicht zwingend flächendeckende Umroutungen über das Kap der Guten Hoffnung erforderlich.
Mit vorausschauender Planung, gezielten Routing-Strategien und der Nutzung alternativer Häfen können Lieferketten weiterhin stabil gehalten werden, auch wenn die Lage sehr dynamisch bleibt.
Welche Veränderungen beobachtest du aktuell hinsichtlich verfügbarer Kapazitäten, Transitzeiten und Frachtkosten – insbesondere vor dem Hintergrund neuer Sicherheitsmaßnahmen, Kapazitätsengpässen und eingeführter Risiko- bzw. Konfliktaufschläge durch die Reedereien?
Der Markt reagiert spürbar: Verfügbare Kapazitäten schwanken, Transitzeiten verlängern sich auf vielen Relationen und die Frachtkosten steigen. Sicherheitsmaßnahmen und regionale Risiken führen zu Engpässen, während viele Reedereien Risikoaufschläge erheben.
Durch frühzeitige Buchungen, gezieltes Kapazitätsmanagement und eine enge Abstimmung mit unseren Partnern lassen sich die Auswirkungen jedoch abfedern und die Versorgungssicherheit weitgehend stabilisieren.
Wie schätzt du die mittelfristigen Risiken für globale Lieferketten ein – und welche strategischen Maßnahmen sollten wir unseren Kunden jetzt empfehlen?
Mittelfristig bleibt die Lage herausfordernd. Einschränkungen an mehreren maritimen Engpässen können zu weiteren Verzögerungen, höheren Kosten und zusätzlichen Kapazitätsengpässen führen.
Wir empfehlen unseren Kunden daher, möglichst flexibel zu planen: frühzeitige Buchungen, Alternativen bei Routen und Transportmodi, vorausschauendes Bestands- und Lagermanagement sowie der Ausbau strategischer Partnerschaften sind entscheidend, um Lieferketten robust und widerstandsfähig zu halten.
Sie möchten Ihre Seefrachtstrategie anpassen? Sprechen Sie uns an: Seefracht – Koch International
19.03.2026 Koch International
